Berufliche Ausbildung
Modernisierung des Berufsbildungssystems

Das duale System hat ein hohes Maß an Entwicklungs- und Reaktionsfähigkeit bewiesen. Dies betrifft sowohl die Modernisierung vorhandener als auch die Entwicklung neuer Berufe in Feldern, in denen es noch keine anerkannten Ausbildungsberufe gibt. Die Ausbildungsberufe wurden den betrieblichen Veränderungen angepasst, das heißt, modernisiert oder neu entwickelt. Das Ausbildungsspektrum hat sich durch die Schaffung neuer Ausbildungsberufe entsprechend den Strukturveränderungen in der Wirtschaft in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet.
Kooperation der Lernorte
Das duale System der Berufsausbildung baut auf der Kooperation von zwei Lernorten auf. Die betriebspraktische Ausbildung im Betrieb wird durch eine schulische Ausbildung im Berufskolleg ergänzt. Eine erfolgreiche berufliche Ausbildung setzt voraus, dass die Berufskollegs engen Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben halten und umgekehrt. So erhalten die Berufsschulen einen Einblick in die betrieblichen Leistungsanforderungen und die Betriebe in die schulischen Leistungen der Auszubildenden.
Ausbildungskonzepte für Berufe mit weniger komplexen Anforderungen
Die berufliche Ausbildung muss auch Jugendlichen mit Leistungs- und Sozialisationsdefiziten Chancen bieten. Die Wirtschaft hat deshalb eine Reihe von Vorschlägen für Berufe mit weniger komplexen Anforderungen vorgelegt. Sie entsprechen dem Qualifikationsbedarf der jeweiligen Wirtschaftsbereiche und bieten gute Beschäftigungschancen.
Mangelnde Ausbildungsreife
Die Ergebnisse der PISA-Studie belegen die fehlende Ausbildungsreife zu vieler Jugendlicher, sie sind nicht berufsreif. Chancen zum Einstieg in die Arbeits- und Berufswelt bieten der Tarifvertrag zur Förderung von Ausbildungsfähigkeit, den METALL NRW und die IGM NRW abgeschlossen haben, die Einstiegsqualifizierungen (EQ) sowie die einjährige Anlernqualifizierung zum Produktionshelfer mit verschiedenen Schwerpunkten.
Angebote für Leistungsstärkere: Duale Studiengänge
Unverzichtbar sind Angebote für leistungsstärkere Schüler und Schülerinnen in der Berufsbildung Für diejenigen, die betriebliche Praxis und Theorie miteinander verbinden möchten, bieten Fachhochschulen und einzelne Universitäten duale Studiengänge an, insbesondere in den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Informatik, Wirtschaftsinformatik und Ingenieurwissenschaften. Hochschule und Betrieb bilden ein verzahntes Lernsystem, in dem die Studierenden zielgerichtet und anwendungsorientiert auf die spätere Berufstätigkeit vorbereitet werden.
Aufwand und Ertrag der Berufsausbildung
Ausbildung lohnt sich für Betriebe. Man erkennt dies bei der Gegenüberstellung von Aufwand und Erträgen der Ausbildung. So arbeiten Auszubildende zeitweise im Betrieb und tragen zur Wertschöpfung bei. Eigene Ausbildung erspart externe Rekrutierungskosten. Zu den eingesparten Rekrutierungskosten kommt auch ein geringes Fehlbesetzungsrisiko hinzu.
Ausbildungsvergütungen
Weiter ansteigende Ausbildungsvergütungen - ein Auszubildender in Westdeutschland verdiente 2007 durchschnittlich 644 Euro im Monat - stellen den größten Kostenfaktor dar, machen knapp die Hälfte der Bruttokosten der Berufsausbildung aus und hindern manche Betriebe daran, überhaupt oder mehr Jugendliche auszubilden. Daher sollten Aufwendungen für die Ausbildungsvergütungen begrenzt werden. Die Höhe der Ausbildungsvergütungen schwankt stark - je nach Branche und Region.







